Warum Kinder in Afrika gern zur Schule gehen
Donnerstag, 19 April 2007
Ferienspass Verein Ndwenga bringt Fellbacher Kindern das Leben ihrer Altersgenossen in Afrika näher Fellbach. Eine Gruppe von Kindern erlebt spielerisch den Alltag ihrer afrikanischen Altersgenossen. Der Verein Ndwenga lud zum Basteln, Singen und Tanzen ein.
Warum gehen die ihre Spielsachen nicht im Laden kaufen?“, fragt eines der Kinder ganz verwundert. Dass man die Spielsachen auch selbst machen kann, wissen hier zu Lande nur noch wenige Kinder. Von vielen Erwachsenen ganz zu schweigen. Die 20 Kinder, die am Mittwoch beim Ferienspaß „Afrika hautnah“ in der Wichernschule mitgemacht haben, wissen das jetzt besser. Und es macht Spaß. So etwa die kleine rothaarige Yonça, die mit ihren „sechs“, sie korrigiert schnell, mit ihren „sieben Jahren“ hochkonzentriert ihren Schleuderball bastelt. „Dann muss man das ganz fest so zusammendrücken“, sagt sie erklärend und dreht aus mehreren Blättern Zeitungspapier einen faustgroßen Ball. Den noch in ein Stoffquadrat gewickelt, mit farbigen Stoffstreifen versehen und mit einer langen Schnur zusammengebunden – fertig ist der kunterbunte Schleuderball.
Aber nicht nur Spielsachen lassen sich selber basteln. Auch Schmuck, wie etwa Halsketten, Armbänder oder Ohrringe, ist wunderschön aus ein bisschen Geschenkpapier und einer Schnur zu machen. Charlotte beherrscht das mittlerweile meisterhaft. Sie hat sich schon zwei Perlen-Armbänder gemacht und ist eifrig dabei, noch eine Perlen-Halskette zu knüpfen. Sie rollt einen schmalen, zu einem geschnittenen Streifen Geschenkpapier auf ein Grillstöckchen und klebt das Ende fest. Erst einmal abgezogen lässt sich das kleine Kunstwerk problemlos auf eine Schnur fädeln. Na ja, so problemlos vielleicht auch wieder nicht. Nach den ersten zwei Versuchen ist das Ende der Schnur schon etwas aufgegangen. Aber das kecke Mädchen mit der Zahnlücke gibt nicht so schnell auf. Sie feuchte es kurz mit dem Mund an und schon ist die „Perle“ eingefädelt.
Auch Fotos von einer afrikanischen Schule in Kinshasa wecken das Interesse der Kinder. Die vom Verein Ndwenga seit Jahren unterstützte Schule in der Demokratische Republik Kongo erscheint den Kindern gar nicht so anders als ihre eigene. Auf den Fotos fallen ihnen als erstes die Schuluniformen auf. Ein nicht ganz so offensichtlicher Unterschied kommt erst ans Licht, als Cathy Plato, die Vorsitzende und Gründerin des Vereins, die Kinder fragt, ob sie gerne zur Schule gingen. Die Kinder protestieren. Doch welch Überraschung, als ihnen Cathy Plato erklärt, dass die Kinder in Afrika sogar sehr gerne in die Schule gehen. Wenn nicht, müssten sie arbeiten. Farbenfroh wird es dann besonders beim Tanzen. Gewänder in allen Farben mit Blätter- und Blumenmustern geben dem rhythmischen Kreistanz noch das besondere Etwas. Die Kinder sind wie verzaubert und singen, geführt von Cathy Plato, beim Tanzen ein afrikanisches Lied. Dass so der Zusammenhalt gefördert wird, merkt man kurz darauf. In einer Variante des Tanzes steht ein Kind in der Mitte. Als das Lied zu Ende ist, lässt es sich vertrauensvoll nach hinten, in die Arme von Cathy Plato fallen. Die Kinder strahlen.
Nach all den Mühen haben sich die Kinder schließlich auch noch eine Stärkung verdient. Einen frischen Obstsalat.