Frauengeschichten aus Afrika
Mittwoch, 21 März 2007
Fellbacher Verein "Ndwenga" informierte über Lebenssituation von Frauen
Die Einladung des Fellbacher Vereins Ndwenga e.V. zu einem Vortrag mit Lesung und Dias in die Zeppelinschule waren rund 20 Interessierte gefolgt. Vereinsvorsitzende Cathy Plato berichtete über die Geschichte Afrikas und die Situation der Frauen dort, früher und heute, in der Stadt und auf dem Land.
Untermalt wurde der Vortrag mit Lesungen aus den Büchern „Der scharlachrote Gesang“ von Mariama Bâ, „Das Erbe“ von Tsitsi Himunyanga-Phiri uns „so ist Laos“ von Flora Mwapa, vorgetragen von Regine Bah und Sylvia Brandt. Zusätzlich wurden noch Dias gezeigt, die den Zuschauern Afrika und das Leben der Frauen in Afrika anschaulich darstellten.
Dem Publikum wurde deutlich gemacht, dass nicht nur in Afrika die Rolle der Frau immer die der Benachteiligten ist: Sie trägt den größten teil zum Einkommen der Familie bei, wird aber gesellschaftlich stark benachteiligt. Ein großer Teil der afrikanischen Mädchen bricht die Schule vorzeitig ab, der größte Teil der Analphabeten sind Frauen. Frauen besitzen nur einen geringen Teil des Landes, das sie im Erbe nur nachrangig bedacht werden.
Es wird von den Frauen als selbstverständlich hingenommen, dass der Mann, nachdem er mit einer Frau Kinder hat, sich eine jüngere Frau sucht und nach dieser noch eine dritte heiratet, die unter Umständen nicht viel älter ist als die älteste Tochter. Diese Schwierigkeiten werden von den afrikanischen Frauen nicht anders empfunden als von Frauen aus westlichen Ländern. Diese Gesamtsituation der Frauen in Afrika wurde von den drei Vortragenden ohne Wertung oder Beurteilung sehr anschaulich dargestellt, was dadurch gelang, dass die Theorie mit sehr eindringlichen Textpassagen unterstrichen wurde. An einem Büchertisch des Venus-Buchversands gab es eine reichhaltige Auswahl an Büchern zum Thema.
Zehn Prozent des Verkaufs kamen dem Verein zugute. Die Veranstaltung war die erste ihrer Art, die vom Verein „Ndwenga“ durchgeführt wurde. Da es sich der Verein jedoch, neben der Unterstützung der Schule „Ndwenga“ in Kinshasa, zum Ziel gesetzt hat, hier in Fellbach zur Bewusstseinsbildung bezüglich des Landes beizutragen, wird sie sicher nicht die letzte gewesen sein.